Das Salesforce Winter ’27 Release bringt zahlreiche Neuerungen mit sich. Die Release-Updates werden laufend ergänzt und aktualisiert. Wer selbst prüfen möchte, welche Änderungen für den eigenen Arbeitsalltag relevant sind, braucht entsprechend Zeit.

Wir haben deshalb gefiltert: Welche Updates bringen Salesforce, Admins, Consultants, Marketing- und Serviceteams im Alltag wirklich weiter? Unser Salesforce-Experte Markus Richardt hat die Neuerungen gesichtet, getestet und eingeordnet.

Das Winter ’27 Release wird je nach Salesforce Org am 4. September, 2. Oktober oder 9. Oktober 2026 ausgerollt. Den genauen Termin Ihrer Organisation finden Sie im Salesforce Maintenance Calendar. Einzelne Funktionen werden unabhängig davon schrittweise verfügbar oder benötigen eine Freischaltung.

Für Admins lohnt sich außerdem ein Blick in den Setup-Bereich „Release Updates“. Dort lassen sich anstehende Änderungen prüfen und notwendige Anpassungen vorbereiten.

Im Fokus stehen vor allem drei Themen: Die tägliche Datenpflege wird flexibler, Flows lassen sich besser steuern und nachvollziehen, und Marketingteams erhalten mehr Möglichkeiten, bestehende Kampagnen und Inhalte weiterzuverwenden.

In dieser Zusammenfassung erwartet Sie:

1. Was vereinfacht das Winter ’27 Release bei Datenpflege und Berichten?

Ein Feld ist in der Listenansicht sichtbar, lässt sich dort aber nicht ändern. Für eine kleine Anpassung muss der User den Datensatz öffnen. Solche Unterbrechungen summieren sich, wenn Teams regelmäßig größere Datenbestände pflegen.

Salesforce erweitert deshalb die direkte Bearbeitung in Listenansichten, das sogenannte Inline Editing. Über neue Einstellungen können Admins die Abhängigkeit vom Seitenlayout aufheben und die Bearbeitung auch bei mehreren Datensatztypen in einer Liste ermöglichen. Die erforderlichen Zugriffsrechte gelten weiterhin.

Auch bei der Arbeit mit Berichten verkürzt sich der Weg zu ergänzenden Informationen. Die neue Datensatzvorschau öffnet verknüpfte Datensätze in einem Seitenbereich. So können Sie beispielsweise einen Account prüfen, während Ihre Auswertung geöffnet bleibt. Die Funktion ist als Beta angekündigt.

Wichtige Funktionen:

  • Inline Editing auch bei mehreren Datensatztypen und ohne die bisherige Seitenlayout-Abhängigkeit konfigurieren.
  • Verknüpfte Datensätze direkt aus Lightning Reports heraus ansehen, ohne den Bericht zu verlassen (Beta).
  • Manuelle Freigaben beim Wechsel des Datensatzinhabers über eine entsprechende Einstellung beibehalten.
  • Änderungen an ausgewählten Benutzerfeldern über Field History Tracking auf dem User-Objekt nachvollziehen.

„Salesforce hat realisiert, dass nicht jeder Klick zu einem neuen Tab führen sollte. Gerade in Reports hilft die Vorschau dabei, den Kontext zu behalten, statt ständig zwischen Datensatz und Auswertung zu wechseln.“

Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH

2. Wie erweitern Screen Flows die Bearbeitung mehrerer Datensätze?

Viele Massenänderungen bestehen aus mehr, als nur dem Aktualisieren eines Feldes. Zuvor müssen Angaben erfasst, Datensätze geprüft oder Entscheidungen getroffen werden. Mit Screen Flows lassen sich solche Abläufe als geführte Eingabestrecken abbilden.

Das Winter ’27 Release ermöglicht es, diese Flows als Massenaktion aus Listenansichten und verknüpften Listen zu starten. Die ausgewählten Datensätze werden dabei an den Flow übergeben.

Ein möglicher Anwendungsfall: Ein Team markiert mehrere Datensätze, gibt einen gemeinsamen Änderungsgrund an und bestätigt die Anpassung nach einer Prüfung. Der konfigurierte Ablauf führt durch die notwendigen Schritte. Damit entfällt die wiederholte Einzelbearbeitung desselben Vorgangs.

Wichtige Funktionen:

  • Screen Flows als Massenaktionen aus Listenansichten und verknüpften Listen starten.
  • Ausgewählte Datensätze innerhalb einer gemeinsamen Prozesslogik verarbeiten.
  • Uhrzeiten mit einer neuen Zeitkomponente erfassen und zulässige Zeitfenster sowie Intervalle festlegen.
Animation: Screen Flows als Massenaktionen aus Listenansichten und verknüpften Listen starten – Salesforce Winter ’27 Release
Screen Flows als Massenaktionen

„Mit Screen Flows als Massenaktion können wir nicht mehr nur ein Feld für mehrere Datensätze ändern, sondern eine komplette Prozesslogik aus der Listenansicht heraus abbilden. Das kann für einige Kunden wirklich relevant sein.“

Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH

3. Wie lassen sich Flows besser pflegen und überprüfen?

Je mehr Automatisierungen in einer Salesforce Org zusammenkommen, desto wichtiger wird ihre Nachvollziehbarkeit. Admins müssen erkennen können, welche Abläufe fehlschlagen, welche Schritte lange dauern und wo überflüssige Bestandteile die Pflege erschweren.

Eine neue Performance-Ansicht bringt Informationen zu Ausführungen, Fehlern und Laufzeiten direkt in den Flow Builder. Das erleichtert die erste Analyse auffälliger Prozesse. Dafür muss die Ausführungsprotokollierung aktiviert werden; Screen Flows und Flow Orchestrations sind von dieser Erweiterung ausgenommen.

Wichtige Funktionen:

  • Ausführungen und Laufzeiten direkt im Flow Builder untersuchen.
  • Testszenarien im neuen Flow Test Mode aufbauen und auswerten (Beta, Aktivierung erforderlich).
  • Zusammengehörige Flow-Elemente visuell gruppieren und ungenutzte Ressourcen gezielt finden.
  • Collections, also Datensammlungen, mit „Collection Filter, Criteria“ filtern. Das kann Schleifen mit zusätzlichen Prüf- und Zuweisungsschritten ersetzen. Der Rollout erfolgt schrittweise.
  • Für Screen und Autolaunched Flows die Benutzerrechte über „User Context – Enforce User Permissions“ verbindlich durchsetzen, unabhängig vom aufrufenden Prozess. Voraussetzung ist API-Version 68.0 oder höher.
Grafik: Collections, also Datensammlungen, mit „Collection Filter, Criteria“ filtern – Salesforce Winter ’27 Release
Collections mit „Collection Filter, Criteria“ filtern

„Wir bekommen mehr Analytics direkt im Flow Builder und müssen nicht immer erst in Debug Logs springen. Mit Versionsvergleich und Edit Histories können wir außerdem genauer nachvollziehen, was geändert wurde. Das schafft einfach mehr Transparenz.“

Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH

4. Was verändert sich für Serviceteams?

Bei längeren E-Mail-Verläufen kann schon die Suche nach dem ursprünglichen Anhang Zeit kosten. Künftig lassen sich diese Anhänge direkt in den Falldetails anzeigen. Eine zu Beginn mitgesendete Rechnung ist dadurch schneller erreichbar, auch wenn inzwischen zahlreiche Rückfragen ausgetauscht wurden.

Das Release erweitert außerdem die Möglichkeiten, Anfragen zeitlich zu priorisieren und Kunden über laufende Vorgänge zu informieren.

Wichtige Funktionen:

  • Ursprüngliche Case-Anhänge nach Aktivierung in den Support-Einstellungen direkt in den Falldetails anzeigen.
  • Beim Omni-Channel-Routing den ursprünglichen Anfragezeitpunkt berücksichtigen und die Weiterleitung für einen bestimmten Zeitpunkt planen.
  • SLA-bezogene Kundenkommunikation mit Agentic Milestones automatisieren (Beta). Dazu gehören beispielsweise Statusmeldungen zu laufenden Fällen.

Bei Agentic Milestones legt das Unternehmen fest, welche Meilensteine einer Servicevereinbarung die Kommunikation auslösen und wie diese formuliert wird.

Dafür sind passende Agentforce-Lizenzen und eine entsprechende Konfiguration erforderlich. Für das Serviceteam ergibt sich daraus die Möglichkeit, wiederkehrende Statusmeldungen zu automatisieren und Kund:innen über den Bearbeitungsstand zu informieren.

„Bei langen E-Mail-Verläufen in Cases fehlt schnell der Überblick, welcher Anhang ursprünglich mitgeschickt wurde. Dass die originalen Case Attachments jetzt direkt in den Falldetails sichtbar sind, wird die Übersicht für Servicemitarbeiter deutlich verbessern.“

Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH

Grafik: Originale Case Attachments Inline in Case Details sehen – Salesforce Winter ’27 Release
Attachments in Case Details sehen

5. Was ist neu in Marketing Cloud Next?

Marketing Cloud Next erhält mit dem Winter ’27 Update mehrere Erweiterungen für die Kampagnenvorbereitung und die operative Arbeit mit E-Mails.

Besonders relevant ist das Kopieren von Audience Flows, die den Ablauf einer Kampagne steuern. Bisher konnten kopierte Flows auf dieselben Inhalte wie die laufende Kampagne zugreifen. Änderungen an einer E-Mail wirkten sich dann unter Umständen auch auf den ursprünglichen Ablauf aus. Jetzt können Sie die zugehörigen Inhalte gezielt mitkopieren und unabhängig bearbeiten.

Hinzu kommen Marketing Completion Actions im Flow Builder. Darüber lassen sich typische Folgeaufgaben, etwa eine Lead-Zuweisung oder die Benachrichtigung einer zuständigen Person, mit weniger eigener Flow-Logik konfigurieren.

Wichtige Funktionen:

  • Audience Flows inklusive ausgewählter E-Mails und weiterer Nachrichten kopieren, um neue Kampagnen unabhängig vorzubereiten.
  • Wiederkehrende Folgeaufgaben über Marketing Completion Actions abbilden.
  • Die E-Mail-Zustellbarkeit, über einen Health Score von 0 bis 100, Warnmeldungen und Handlungsempfehlungen überwachen. Die Freischaltung ist mit Salesforce zu klären.
  • Zieladressen unterstützter, getrackter E-Mail-Links nach dem Versand durch den Salesforce-Support korrigieren lassen. Die Änderung greift für nachfolgende Klicks.
  • Individuelle Gutscheincodes per CSV importieren und als Datenquelle für Inhalte verwenden.

Die Verfügbarkeit hängt von Ihrer Marketing-Cloud-Ausstattung und den jeweiligen Voraussetzungen ab. Für Marketing Completion Actions nennt Salesforce unter anderem passende Editionen mit dem Salesforce-Foundation-Add-on.

„Wenn Audience Flows kopiert werden, können die zugehörigen Assets jetzt als Duplikat oder neue Version übernommen werden. Damit lässt sich eine neue Kampagne vorbereiten, ohne die laufende Kampagne zu verändern.“

Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH

6. Sonst noch wichtig zu wissen: Agentforce, Berechtigungen und Verfügbarkeit

Neben den funktionalen Neuerungen gibt es auch Änderungen, die Administratoren bei den Vorbereitungen berücksichtigen sollten.

Dabei lohnt es sich, auch nach der ersten Ankündigung einen erneuten Blick in die Release Notes zu werfen. Denn Funktionen können sich bis zum Rollout noch verändern, verschoben oder wieder aus einem Release entfernt werden.

Ein Beispiel hierfür ist „Common Rows Only“, das zunächst für Winter ’27 angekündigt war, inzwischen aber nicht mehr Bestandteil des Releases ist.

  • Agentforce wird standardmäßig aktiviert: Das betrifft Organisationen mit entsprechendem Zugang. Einzelne Agenten müssen weiterhin aktiviert und Berechtigungen vergeben werden. Die Plattformaktivierung verursacht laut Salesforce keine zusätzlichen Kosten; die bestehenden Abrechnungsregeln bleiben unverändert.
  • Setup Audit Trail vorbereiten: Ab Spring ’27 wird die eigene Berechtigung „View: Setup Audit Trail“ für das Änderungsprotokoll der Systemeinstellungen verpflichtend. Zuständige Personen benötigen diese beispielsweise über ein Permission Set.
  • Ankündigungen erneut prüfen: Die zunächst angekündigte Funktion „Common Rows Only“ für kombinierte Berichte wurde wieder aus dem Release entfernt (Stand: 22. September 2026). Der Änderungsverlauf der Release Notes zeigt, welche Ankündigungen angepasst oder zurückgezogen wurden.

7. Was sollten Salesforce Kunden zum Winter ’27 Release konkret prüfen?

Für den Einstieg lohnt sich ein gezielter Blick auf Aufgaben, die Ihr Team regelmäßig ausführt. Mit diesen drei Prüfungen lässt sich die Auswahl eingrenzen:

Wiederkehrende Datenpflege und Massenänderungen durchgehen

Prüfen Sie, wo User heute einzelne Datensätze für ähnliche Änderungen öffnen. Testen Sie, ob erweitertes Inline Editing ausreicht oder eine Screen-Flow-Massenaktion zusätzliche Eingaben und Prüfungen bündeln kann.

Bestehende Flows aus Wartbarkeit und Berechtigungen prüfen

Wählen Sie einen häufig genutzten oder fehleranfälligen Flow aus. Prüfen Sie verfügbare Analysefunktionen, unnötige Ressourcen und den Ausführungskontext. Neue Testmöglichkeiten lassen sich daran mit einem konkreten Ablauf erproben.

Eine wiederkehrende Marketingkampagne als Testfall nutzen

Kopieren Sie einen geeigneten Audience Flow in Ihre Testumgebung. Kontrollieren Sie, welche Inhalte eigenständig übernommen werden, und prüfen Sie typische Folgeaufgaben auf den Einsatz von Marketing Completion Actions.

In 30 Minuten widmen wir uns in einem Videocall Ihren Fragen und finden gemeinsam heraus, wie ich Ihnen weiterhelfen kann.

8. Fazit zum Salesforce Winter Release ’27

Das Salesforce Winter ’27 Release bietet vor allem dort Ansatzpunkte, wo Datenpflege, Automatisierung und Kampagnenvorbereitung heute viele einzelne Arbeitsschritte erfordern.

Die Neuerungen rund um Listenansichten, Screen Flows und Marketing Cloud Next können diese Abläufe vereinfachen. Zusätzliche Analysefunktionen helfen Admins, bestehende Automatisierungen besser zu betreuen.

Für Ihr Unternehmen lohnt sich deshalb der Abgleich mit konkreten Aufgaben: Wo entstehen wiederholt Rückfragen? Welche Änderungen werden einzeln vorgenommen? Welche Kampagnen baut das Team regelmäßig erneut auf? An solchen Situationen lässt sich prüfen, welchen Nutzen die neuen Funktionen im eigenen Setup bringen.

Unser Salesforce-Expertenteam unterstützt Sie gerne dabei, die relevanten Updates einzuordnen und in Ihre bestehenden Prozesse zu integrieren.