831 Seiten Release Notes. Das klingt erst einmal nach einem Release, für das man sich ein ganzes Wochenende blocken müsste.
Beim genaueren Hinsehen zeigt sich aber schnell: Nicht jedes Update ist für Unternehmen gleichermaßen relevant. Viele Neuerungen drehen sich um Agentforce KI oder spezifische Detailverbesserungen.
Das Summer ’26 Release wurde je nach Org am 9. Mai 2026, 5. Juni 2026 oder am 12. Juni 2026 ausgerollt.
Die sicherheitsrelevanten Updates sind im Setup unter „Release Updates“ in Ihrer Salesforce Org einzusehen. Tipp: Admins sollten hier permanent ein Auge drauf haben, um anstehende Änderungen vorab via Test Runs prüfen und Maßnahmen treffen zu können.
Wir haben gefiltert: Welche Updates bringen Salesforce Admins, Sales Teams, Service Teams und Marketing Verantwortliche im Alltag wirklich weiter?
Im Fokus stehen vor allem drei Themen:
Agentforce wird stärker in operative Prozesse eingebettet, Flows werden userfreundlicher und Admins bekommen mehr Transparenz bei Berechtigungen, Field Access und Teamsteuerung.
In dieser Zusammenfassung erwartet Sie:
- 1. Agentforce wird stärker in Salesforce Prozesse integriert
- 2. Screen Flows werden flexibler, verständlicher und userfreundlicher
- 3. Permission Sets und Field Access werden transparenter
- 4. Die Activity Heatmap in Pipeline Inspection macht Vertriebsaktivitäten sichtbarer
- 5. Marketing Cloud Next Segmentierungen und Kampagnensteuerung
- 6. Good to know
- 7. Checkliste: Was sollten Salesforce Kunden prüfen?
- Fazit des Salesforce Release Updates
1. Die Bedeutung von Agentforce im Summer ’26 Release
Agentforce ist der klare rote Faden des Releases. Salesforce integriert KI Funktionen zunehmend in bestehende Arbeitsbereiche: in Flows, Sales Prozesse, Service Szenarien, Chat Funktionen und die Kundenkommunikation.
Das ist strategisch relevant, sollte aber nicht mit blindem Aktivieren verwechselt werden. Viele Agentforce Funktionen entfalten ihren Wert erst dann, wenn Prozesse sauber definiert, Daten gepflegt und Berechtigungen korrekt aufgebaut sind.
Unsere Salesforce Expertinnen und Experten unterstützen Sie dabei gerne.
Wichtige Funktionen:
- Agentforce kann stärker in Flow Prozesse eingebunden werden.
- Agenten können direkt im Flow Builder erstellt oder bestehenden Flows zugewiesen werden.
- In Sales Szenarien kann Agentforce nun auch Contacts und Person Accounts qualifizieren.
- In der Service Cloud können Agentic Milestones proaktive Statusupdates unterstützen.
„Für viele Unternehmen liegt der erste sinnvolle Schritt nicht in der Aktivierung neuer KI Funktionen, sondern in der Prüfung der eigenen Prozess- und Datenbasis. Agentforce kann vor allem dort sinnvoll unterstützen, wo Salesforce bereits strukturiert genutzt wird“
Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH
2. Warum sind die neuen Salesforce Screen Flow Funktionen so relevant?
Die spannendsten operativen Verbesserungen finden sich im Bereich Screen Flows. Das ist besonders spannend für Admins und Consultants, die Salesforce als geführte Arbeitsoberfläche nutzen.
Viele dieser Updates wirken einzeln betrachtet klein. Zusammengenommen verbessern sie aber genau den Bereich, der im Alltag oft entscheidet und bisher eher in LWC (Lightning Web Components) umgesetzt werden konnte: Nutzerführung.
Ein Beispiel: In einer Data Table Komponente im Screen Flow kann ein User künftig direkt mit verknüpften Datensätzen arbeiten. Lookup Felder lassen sich lesbar als Datensatznamen anzeigen und klickbar machen, statt nur kryptische IDs auszugeben. Wählt ein User beispielsweise einen Account aus, kann der Prozess anschließend direkt auf diesen Datensatz weiterführen, auf Wunsch auch direkt in den Editiermodus.
Das spart Klicks, reduziert Irritationen und macht geführte Prozesse deutlich klarer.
Wichtige Funktionen:
- Agentforce kann Admins im Flow Builder unterstützen, indem es auf Basis von Texteingaben passende Flow Elemente vorbereitet.
- Datentabellen können Lookup Felder lesbar anzeigen und direkt auf verknüpfte Datensätze verlinken.
- Nutzer können nach einer Flow Interaktion automatisch zu Datensätzen oder externen Webseiten weitergeleitet werden.
- Toast Messages zeigen Hinweise, Warnungen, Fehler oder Erfolgsmeldungen direkt im Flow.
- Radio Button Groups, Sektionen und Headlines lassen sich nutzerfreundlicher gestalten.
- Fault Paths können eingeklappt und Datumslogiken in Decisions einfacher abgebildet werden.
„Unternehmen mit vielen Screen Flows sollten prüfen, welche bestehenden Workarounds durch neue Standardfunktionen ersetzt werden können. Besonders relevant ist das für Experience Cloud, Service Prozesse, interne Formularstrecken und geführte Vertriebsabläufe.“
Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH
3. Was verbessert sich bei Permission Sets und Field Access?
Viele Admins kennen diese Situation: Ein User meldet ein Zugriffsproblem, und plötzlich beginnt die Suche durch Profile, Permission Sets und Permission Set Groups.
Genau hier setzt das Update an, denn das Berechtigungsmanagement gehört in vielen Salesforce Orgs zu den größten Admin Schmerzpunkten. Gerade in gewachsenen Systemen ist oft schwer nachvollziehbar, warum ein User bestimmte Felder sehen oder bearbeiten kann. Mit dem Summer ’26 Release verbessert Salesforce die Transparenz bei Permission Sets und Field Access.
Wichtige Funktionen:
- Auswirkungen von Permission Set Änderungen werden vor dem Speichern transparenter dargestellt.
- Implizite Berechtigungsänderungen werden besser sichtbar.
- Der Object Manager erhält eine Field Access Sicht.
- Admins können schneller prüfen, welche Profile, Permission Sets und Permission Set Groups Zugriff auf ein Feld geben.
„Für Admins ist das ein sehr hilfreiches Update. Wer schon einmal herausfinden musste, warum ein User auf ein bestimmtes Feld zugreifen kann oder nicht, weiß, wie viel Zeit solche Analysen kosten können.”
Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH
4. Was bringt die Activity Heatmap in Pipeline Inspection?
Das wichtigste Update im Bereich der Sales Cloud ist aus unserer Sicht die neue Activity Heatmap in Pipeline Inspection.
Sie zeigt, wie viele Aktivitäten zu Kund:innen oder Opportunities gepflegt wurden. Dazu gehören zum Beispiel Meetings, Anrufe, Aufgaben oder andere geloggte Aktivitäten.
Wichtige Funktionen:
- Activity Heatmap als zusätzliche Spalte in der Pipeline Inspection.
- Darstellung geloggter Aktivitäten zu Opportunities.
- Einblick in Events, Meetings, Calls und Tasks direkt aus der Pipeline Inspection.
„Die Activity Heatmap ist vor allem ein guter Indikator für Datenqualität im Vertrieb. Wenn Aktivitäten konsequent gepflegt werden, entsteht ein besseres Bild darüber, wie aktiv Opportunities bearbeitet werden. Wenn die Heatmap leer bleibt, zeigt das nicht nur fehlende Aktivität, sondern vor allem fehlende Dokumentation im CRM.“
Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH
5. Was ist neu in Marketing Cloud Next?
Marketing Cloud Next erhält mit Summer ’26 mehrere Erweiterungen für Segmentierung, Personalisierung und Kampagnensteuerung.
Besonders interessant ist der People Score. Er kann helfen, Kontakte und Leads anhand von Engagement und Fit besser einzuordnen. Dadurch lassen sich Kampagnen zielgerichteter steuern.
Auch AMPscript in Marketing Cloud Next ist relevant, weil Personalisierung dadurch flexibler werden kann.
Wichtige Funktionen:
- People Score für Kontakte und Leads, um Zielgruppen nach Engagement und Profil Fit besser zu bewerten
- AMPscript in Marketing Cloud Next, um E Mails einfacher mit CRM und Profildaten zu personalisieren
- Dynamische From und Reply to Adressen, damit Absender und Antwortadressen je nach Kontakt oder Account automatisch angepasst werden können
- Audience Flow mit neuen Triggerquellen wie Listen, Segmenten, Datensätzen und Kampagnen
- CC Empfänger in Marketing E Mails
- Verhaltensbasierte Trigger, zum Beispiel für Warenkorbabbrüche oder Preisänderungen
„Besonders AMPscript ist für Marketing Cloud Next spannend, weil CRM und Profildaten direkter für die Personalisierung von E Mails genutzt werden können. In Projekten, in denen dafür bisher Flows oder zusätzliche Datenlogiken aufgebaut wurden, sollte geprüft werden, ob sich bestehende Setups dadurch vereinfachen lassen.“
Markus Richardt
Lead Technical Consultant
aquilliance GmbH
6. Sonst noch wichtig zu wissen: Chatter, Slack und Retirements
Neben den funktionalen Highlights gibt es einige Themen, die weniger nach neuem Feature klingen, aber für bestehende Salesforce Setups wichtig sein können.
Wichtige Hinweise:
Chatter ist in neuen Salesforce Orgs ab Summer ’26 nicht mehr standardmäßig aktiviert. Die bestehende Chatter Nutzung wird dadurch nicht automatisch beendet
Salesforce positioniert Slack stärker als zentrale Kollaborationsoberfläche rund um Salesforce
Cadence Builder Classic wird eingestellt, betroffene Kunden sollten den Wechsel auf Cadence 2.0 prüfen
Salesforce to Salesforce soll im Spring ’27 Release abgelöst werden, bei verbundenen Salesforce Orgs sollten Alternativen geprüft werden
Die bestehende Outlook Setups sollten überprüft werden, da Salesforce den Fokus stärker auf neuere Integrationswege legt
7. Was sollten Salesforce Kunden nach dem Release konkret prüfen?
Nach dem Summer ’26 Release lohnt sich kein pauschaler Blick auf alle neuen Funktionen. Sinnvoller ist ein kurzer, gezielter Check der Bereiche, in denen die Updates bestehende Prozesse wirklich verändern oder vereinfachen können.
Bestehende Screen Flows auf unnötige Workarounds prüfen
Gehen Sie die wichtigsten Screen Flows durch und prüfen Sie, ob bisherige Sonderlösungen für Weiterleitungen, Editiermodus, Datentabellen oder Hinweise durch neue Standardfunktionen ersetzt werden können.
Berechtigungen bei kritischen Objekten und Feldern nachvollziehen
Prüfen Sie bei zentralen Objekten wie Account, Opportunity, Case oder Contact, ob Field Access und Permission Sets noch sauber aufgebaut sind und ob unklare Zugriffe schneller bereinigt werden können.
Pipeline Inspection mit echten Aktivitätsdaten testen
Fügen Sie die Activity Heatmap in einer relevanten Pipeline Ansicht hinzu und prüfen Sie, ob die angezeigten Aktivitäten ein realistisches Bild der Vertriebsarbeit liefern oder vor allem Lücken in der Datenpflege sichtbar machen.
Fazit zum Salesforce Summer ’26 Release
Das Salesforce Summer ’26 Release zeigt vor allem, wohin sich die Plattform entwickelt: mehr Agentforce, bessere Automatisierung und mehr Transparenz für Admins. Besonders die Neuerungen rund um Screen Flows, Berechtigungen und Pipeline Inspection können den Salesforce Alltag spürbar vereinfachen, wenn sie gezielt geprüft und sinnvoll eingesetzt werden.
Entscheidend ist deshalb nicht, jedes neue Feature sofort zu aktivieren, sondern die relevanten Updates mit den eigenen Prozessen, Datenstrukturen und User Anforderungen abzugleichen. So wird aus einem Release Update echter Mehrwert für Teams und Unternehmen.
Das aquilliance Expertenteam steht Ihnen jederzeit gerne zur Seite, um die neuen Funktionen optimal in Ihre Salesforce-Strategie zu integrieren.
Das Release Overview Deck zum Salesforce Summer Release ’26 finden Sie hier.